Superfood

Superfood – Verheißungsvolle Nahrungsmittel

Sie liegen voll im Trend: Beeren, Samen und Körner, denen verheißungsvolle Wirkung zugesprochen wird, kurz: Superfood. Also Lebensmittel, die angeblich besonders förderlich für die Gesundheit sein sollen – ist das wirklich so?

Obst und Gemüse mit ausgesprochen hohem gesundheitlichem Nutzen heißen heutzutage Superfood. Sie sind nicht nur gesund, weil reich an wertvollen Inhaltsstoffen, sie sollen sogar dem körperlichen Alterungsprozess entgegenwirken.

Zu den Superfrüchten zählt neben der inzwischen omnipräsenten Goji-Beere auch die Acai-Beere, die stetig an Popularität gewinnt. Und bei den Saaten wird derzeit den Chia-Samen allerlei Wirkung nachgesagt. Die Wirkungskraft der Superfrüchte ist jedoch wissenschaftlich nur bedingt belegt. Die Frage, ob und inwieweit die angekündigten Effekte eintreten, bleibt damit vorerst unbeantwortet.

Beeren für die Schönheit

Ewig jung, schön und gesund – wer will das nicht? Goji- und Acai-Beeren sind reich an Vitaminen und können durch ihre vielfältigen gesunden Inhaltsstoffe durchaus entzündungshemmend wirken.

Ihre antioxidative Wirkung soll sich höchst positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Und genau dieses ist das Schlüsselwort, an dem die professionelle Vermarktung ansetzt: Antioxidantien. Diesen sogenannten Radikalfängern wird eine Funktion zugesprochen, die die Körperzellen schützt.

Ob all die bislang im Labor erzielten Ergebnisse ihre Wirkung tatsächlich auch im menschlichen Körper entfalten, bleibt abzuwarten. Nicht zu vernachlässigen ist dabei allerdings, dass der übermäßige Verzehr etwa von Goji-Beeren auch Wechselwirkungen mit Medikamenten mit sich bringen kann.

Superfood Joghurt

Heimische Alternativen

Superfrüchte sind zumeist transatlantische Importware, und die vor Ort herrschenden Anbau- und Verarbeitungsbedingungen sind nicht nachzuverfolgen.

Alternativ könnte man aber auch auf heimische Varianten zurückgreifen, beispielsweise auf Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren, deren Inhaltsstoffe denen der exotischen Vettern in nichts nachstehen.

Chia für Herz und Hirn

Ähnlich verhält es sich mit den Chia-Samen, die momentan hoch in der Gunst der Konsumenten stehen. Bereits die Mayas und Azteken verwendeten Chia-Samen als Grundnahrungsmittel.

Der mexikanische Chia gehört zur Gattung der Salbeipflanzen und ist für seine zahlreichen Mineral- und Ballaststoffe bekannt. Zu fast 30 Prozent bestehen die Samen allerdings aus Fett, genauer: aus essenziellen ungesättigten Fettsäuren. Diese sind wiederum die Basis für die Bildung wertvoller Omega-3-Fettsäuren. Und Omega-3-Fettsäuren wiederum sollen gut für das Herz und den Stoffwechsel des Gehirns sein.

Doch auch hier können die heimischen Saaten mithalten, denn Leinsamen, Sesam und Rapsöl weisen eine ähnlich wertvolle Fettzusammensetzung auf.

Superfood – verheißungsvolle Luxusware

Erdbeere

Mit dem Thema Superfood tut sich also ein weites Feld auf: Die Begrifflichkeit an sich ist nicht klar definiert, die angepriesenen positiven Wirkungen auf den menschlichen Körper sind nur teilweise belegt.

Sicher aber ist, dass die exotischen und exklusiven Superlebensmittel ihren Preis haben, manchmal geradezu als Luxusware gehandelt werden. Grund genug, auch Alternativen zu überdenken – denn eine ausgewogene und vielfältige Ernährung deckt unseren Bedarf an Vitaminen, Nährstoffen und Antioxidantien ebenso gut ab.

Letzten Endes gibt es auf die Frage, welche Nahrungsmittel individuell als die richtigen erachtet werden, keine verbindliche Antwort: Diese Entscheidung liegt immer bei uns selbst.

Mehr zum Thema findet ihr hier:

European Food Information Council

(mv)

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