Wie viel Glück steckt in einer Banane?

Gestapelte Bananenstauden

Ich bin sicher, dass ich durch Essen meine Stimmung beeinflussen kann – na gut, mal davon abgesehen, dass ich bei Hunger schlechte Laune bekomme, aber so richtig.

Brauche ich Muntermacher für meine Seele, dann greife ich instinktiv zu bestimmten Nahrungsmitteln. Das geht weit darüber hinaus, dass mein Morgenkaffee unverzichtbar ist, um gefahrlos in den Tag zu kommen (was wiederum vermutlich reine Einbildung ist).

Um meinen Akku aufzuladen und zugleich meine Stimmung zu heben, bevorzuge ich zum Beispiel Bananen oder Schokolade oder – Nudeln! Nudeln machen glücklich! Jedenfalls mich. Was mich zu der Frage bringt: Lässt sich dieses Glück messen? Wie viel Glück steckt denn in so einer Banane?

Bananen

Wenn ich mich umhöre und durchs Netz stöbere, dann fällt mir immer wieder derselbe Begriff ins Auge: Serotonin. Eine Art Wundermedizin unseres Hirns, schätze ich. Unser Hirn scheint ohnehin eine wahre Zaubermaschine zu sein, die andauernd mit irgendwelchen fabelhaften Botenstoffen aufwarten kann. Dieses Serotonin ist mir jedenfalls der liebste.

Serotonin ist eine Substanz, die unser Körper aus der Aminosäure Tryptophan bildet. In unserem zentralen Nervensystem wirkt Serotonin als Botenstoff (Neurotransmitter). Es leitet Nervenerregungen weiter und beeinflusst unsere Stimmung. Je mehr davon, desto glücklicher und ausgeglichener sind wir.

Turm Schokolade

Ein Leben ohne Schokolade? Ach … muss nicht sein

In Grey’s Anatomy gab’s eine Folge, in der eine Patientin geradezu unerträglich glücklich war, sie ging ihren Mitmenschen mit ihren überschäumenden Ausbrüchen von Glück und Liebesbezeugungen regelrecht auf die Nerven. »Kein Mensch ist so glücklich«, lautete der wiederkehrende Kommentar der mitspielenden Figuren zu dieser glückseligen Frau.

Und wahrhaftig, dem Drehbuchautor hatte es gefallen, ihr einen Hirntumor zu verpassen. Oder war es ein Lungentumor? Egal. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Tumor winzig klein, saß jedoch an entscheidender Stelle: Er führte dazu, dass der Körper dieser Frau jede Menge Serotonin produzierte und durch die Blutbahnen schickte. Die Patientin wurde von Serotonin geradezu überschwemmt – und vor lauter Glück völlig unglaubwürdig.

Ich gebe es zu, das Beispiel stammt nicht aus der realen Welt, aber die Drehbuchautoren dieser US-amerikanischen Ärzteserien sollen ja immer sehr genau recherchieren. Etwas Wahres wird an dem Szenario also dran sein: In meinem Ohren klingt es überzeugend.

Immerhin versichert auch der gemeine Arzt und Wissenschaftler: Der Serotoninspiegel und Depressionen hängen kausal zusammen. Wer depressiv ist, leidet unter einem niedrigen Serotoninwert – im Durchschnitt ist er um 50% niedriger als bei einem »gesunden« Menschen.

Banane mit Schokoladensauce

Der Glücks-Overkill: Bananen mit Schokolade

Was das mit meinen Bananen zu tun hat? Sie enthalten Kohlehydrate, diese wichtigen Energielieferanten für den Körper, außerdem viele Vitamine (A, B und C) und Mineralstoffe (vor allem Magnesium und Kalium). Doch sie sind nicht nur gesund, sondern enthalten auch noch Tryptophan, aus dem der Körper – töröö – Serotonin bildet. Dieses Serotonin dringt bis ins Gehirn vor – und kann dort, wenn es an den richtigen Andockstellen (Rezeptoren) der Hirnzellen landet, wahre Glücksgefühle auslösen.

Mutter Natur meint es übrigens gut mit uns und bietet viele weitere Lebensmittel mit hohem Tryptophangehalt, darunter Nüsse und Sojabohnen, Datteln und Steinpilze. Auch einige Käsesorten strotzen nur so vor Tryptophan, zum Beispiel Edamer und Brie. Eigentlich läge hier der Gedanke nahe, regelmäßig einen Glücksnahrungstag einzulegen: voller aufmunternder Dinge wie Cashewkern-Seen, Emmentaler-Pyramiden und Bitterschoko-Berge.

Es gibt nur einen kleinen Haken: So wie es aussieht und die Forscher vermuten, müsste man Unmengen an Bananen oder Schokolade essen, um allein vom jeweiligen Nahrungsmittel eine Glückswirkung zu verspüren. Es steckt also nicht allzu viel Glück in einer Banane – und dauerhaft ist dieses Glück auch nicht.

Das ficht mich aber nicht an. Denn darüber hinaus schmeckt es mir einfach zu gut – und so esse ich glücklich weiterhin meine Bananen, meine Schokolade und … Nudeln!

(br)

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